Weihnachtsbräuche

Weihnachtsbräuche

Weihnachtsbräuche sind ein traditioneller Bestandteil eines jeden Weihnachtsfestes. Einige Traditionen haben sich im Laufe der Zeit über die Kontinente verbreitet, es gibt aber immer auch regionale Besonderheiten. Diese Woche sehen wir uns verschiedene weihnachtliche Bräuche im deutschsprachigen Raum an.

Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte entstanden im 14. Jahrhundert, als der Brauch aufkam, sich einander zu Weihnachten zu beschenken. Handwerkern wurde die Erlaubnis erteilt, zur Weihnachtszeit ihre Erzeugnisse auf der Straße zu verkaufen. Zunächst tätigte der Adel seine Einkäufe am Weihnachtsmarkt, später auch das Bürgertum. Seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Märkte zu einem festen Bestandteil der Vorweihnachtszeit.

Barbarazweige

Am 4. Dezember, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, werden Zweige von Obstbäumen geschnitten und in einer Vase in der Wohnung aufgestellt. Das Aufblühen der Zweige am Heiligen Abend soll (Liebes-)Glück für das nächste Jahr verheißen.

Adventkranz

Der Brauch, in der Adventszeit einen Kranz aufzustellen, ist auf den evangelischen Theologen Johann Hinrich Wichern zurückzuführen. Er war Leiter eines Waisenhauses und baute 1839 einen Holzkranz mit 24 Kerzen, um seinen Waisenkindern zu zeigen, wie lange sie noch bis Weihnachten warten müssen. Jeden Morgen wurde ein neues Licht angezündet. Später begannen evangelische Gemeinden den Adventskranz einzuführen. 1925 eroberte der Brauch schließlich auch die katholische Kirche und es etablierte sich der Kranz wie wir ihn heute kennen, mit vier Kerzen und aus grünen Zweigen.

Weihnachtskrippe

Die Krippe als eine Darstellung der Geburt Jesu gilt als jahrhundertealte christliche Tradition. Die Krippe war für Katholiken lange Zeit der Mittelpunkt der familiären Weihnachtsfeier, bis diese zentrale Stellung von einem neuen Brauch abgelöst wurde - dem Christbaum.

Tannenbaum

Immergrüne Pflanzen verkörperten im Mittelalter Hoffnung und neues Leben. Man hängte Tannenzweige auf, um die Weihnachtszeit zu feiern und böse Geister zu vertreiben. Später entwickelte sich das Schmücken ganzer Bäume. Zunächst stellte man die Bäume nur im Freien auf. Um 1800 wurde es üblich, sich Tannenbäume auch ins Wohnzimmer zu holen. Mit dem Aufkommen der Industrialisierung im 19 Jahrhundert wurde dann auch Christbaumschmuck hergestellt und verkauft.

Nikolaus und Christkind

Im Mittelalter wurden die Kinder am Nikolaustag, den 6. Dezember, beschenkt. Der Heilige Nikolaus lebte im 4. Jahrhundert und war ein Bischof, der Menschen in Not half. Er starb am 6. Dezember 345 und wurde nach seinem Tod heiliggesprochen.

Im 16. Jahrhundert wurde der „Heilige Christ“ von Martin Luther als Weihnachtsfigur erfunden und löste den Heiligen Nikolaus ab. Luther war für die Abschaffung der Heiligenverehrung, dieser fiel auch der Heilige Nikolaus zum Opfer. Der Heilige Christ sollte die beschenkende Rolle übernehmen. Somit verschob sich die Bescherung vom Nikolausabend auf den Heiligabend. Mit „Heiliger Christ“ war Jesus Christus gemeint, jedoch nicht in der Figur des neugeborenen Jesuskindes, sondern in engelsgleicher Erscheinung. Später entwickelte sich die Bezeichnung „Christkind“.

Christmette

Volkstümlich versteht man unter Christmette die weihnachtliche Mitternachtsmesse, die oftmals aber auch schon am früheren Heiligen Abend oder in der Früh des 25. Dezember gefeiert wird. Der gemeinsame Besuch der Messe ist nicht nur bei regelmäßigen Kirchengängern ein fester Bestandteil des Weihnachtsfestes. Zu diesen Gottesdiensten sind die Kirchen im deutschsprachigen Raum meistens sehr gut besucht.