Reports und Analysen

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Mit Hilfe unserer Markt- und Fondsinformationen sind Sie stets auf dem neuesten Stand. Wir analysieren für sie den aktuellen Markt und stellen Ihnen wichtige Daten über Anleihen, Aktien und alternative Veranlagungen zur Verfügung. 

Quartalsreport

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Marktanalyse

Aktien

Die Aktienmärkte werden derzeit von der zweite Corona-Welle, die gerade über Europa schwappt, den festgefahrenen Brexit-Verhandlungen, dem Risiko, dass die US-Wirtschaft über die Fiskalklippe stolpert, und – last but not least – von der Ungewissheit über den Ausgang der Wahlen in den USA maßgeblich bestimmt.

Die Einführung des „Average Inflation Targeting“ (flexible Form eines durchschnittlichen Inflationsziels) durch die US-Notenbank bedeutet in unseren Augen jedoch eine weitere Unterstützung für eine längerfristig niedrigere oder sogar ewig niedrige Zinslandschaft. Auch gehen wir davon aus, dass der US-Dollar weiterhin zur Schwäche neigt.

Risikobehaftete Anlagen wie Aktien sind mittlerweile zwar teuer, im Vergleich zu Anleihen scheinen diese aber weiterhin attraktiv bewertet. Die Risikoprämie für Aktien, d. h. die Differenz zwischen der Aktienrendite und der risikofreien Rendite, liegt über ihrem historischen Durchschnitt. Im Falle einer sich verstärkenden globalen Erholung, die hoffentlich durch die Entwicklung eines wirksamen Corona-Impfstoffs angekurbelt wird, könnte sie wieder zurückgehen. Aufgrund der zunehmenden Unsicherheiten bleiben wir aber vorerst bei unserer neutralen Haltung gegenüber Aktien, mittel- bis langfristig indes konstruktiv.

Was die regionale Allokation betrifft, präferieren wir europäische gegenüber US-Aktien. Europäische Unternehmenswerte bieten derzeit eine ansprechende Kombination aus einer günstigeren Bewertung, einer geringeren politischen Unsicherheit und einer Fortsetzung des Aufholprozesses der Value- und zyklischen Sektoren. Darüber hinaus erwarten wir, dass die Versorger- und Digitalsektoren in Europa durch den EU-Wiederaufbaufonds („Recovery Fund“) Auftrieb erhalten werden.

Die weltwirtschaftliche Erholung, die US-Dollar-Schwäche und die Hoffnung auf ein Nachlassen der Handelsspannungen zwischen den USA und China im Falle eines Wahlsiegs der Demokraten könnten einen Aufholprozess von Schwellenländeraktien gegenüber den entwickelten Märkten begünstigen.

Anleihen

Die Geldpolitik der EZB bleibt hyperexpansiv, aber die Bewertungen von Kern-Staatsanleihen sind derzeit nicht interessant. Es ist auch wichtig, den erheblichen Anstieg der künftigen Staatsverschuldung als Folge der fiskalischen Stimuli zur Bekämpfung der Rezession zu berücksichtigen. Wir gehen davon aus, dass Staatsanleihen der Peripherieländer durch den EU-Wiederaufbaufonds und die Maßnahmen der EZB weiterhin gut unterstützt bleiben.

Topgeratete („investment grade“) Euro-Unternehmensanleihen werden durch die Käufe der EZB – sowohl über das konventionelle Programm zum Ankauf von Unternehmensanleihen (CSPP) als auch über das Pandemiekaufprogramm (PEPP) – und durch die Carry Trades (Zinsdifferenzgeschäfte) der Anleger stark unterstützt. Wir erwarten eine weitere Aufstockung des PEPP um 250–500 Milliarden Euro, die bis Jahresende angekündigt werden soll. Derzeit plant die EZB, bis Mitte nächsten Jahres Wertpapiere im Umfang von 1,35 Billionen Euro zu kaufen – mit Reinvestitionen bis mindestens Ende 2022.

Anzeichen für eine weltweite wirtschaftliche Erholung, die in China schon fortgeschritten ist, die Suche nach Renditen angesichts eines längerfristig niedrigeren Zinsumfelds, ein schwächer werdender US-Dollar und die Stabilisierung der Ölpreise unterstreichen weiterhin unsere Veranlagung in Schwellenländeranleihen.

Aktien

Die Anzeichen einer globalen Erholung im Zuge der Wiederöffnung der Volkswirtschaften verdichten sich. Die beeindruckende Unterstützung durch Zentralbanken und die Finanzpolitik, das zunehmende Vertrauen in die COVID-19-Impfstoffentwicklung sowie das Potenzial, weitere Ausbrüche besser managen zu können, stützen derzeit risikobehafte Anlagen. Wir bleiben daher bei risikobehafteten Anlagen weiterhin konstruktiv. Da das skizzierte Umfeld bereits voll eingepreist ist, beobachten wir einige Schlüsselereignisse genau, um unsere Allokation besser „monitoren“ und feiner abstimmen zu können.

Insgesamt sind wir der Ansicht, dass die Einführung des “Average-Inflation-Targeting” durch die USNotenbank eine weitere Unterstützung für das auch langfristig niedrig bleibende Zinsumfeld bieten dürfte – und infolgedessen sollte die Schwäche des US-Dollars (USD) anhalten. Dies ist positiv für risikobehaftete Anlagen, da Aktien von einer Senkung der Realzinsen profitieren würden.

Die Kombination aus massiven fiskal- und geldpolitischen Maßnahmen stützt unsere Einschätzung der Aktienmärkte – trotz schwacher Makro- und Gewinndaten und anhaltend hoher Unsicherheit. Wir bleiben in Aktien neutral.

Europa bleibt unsere präferierte Region. Die Geld- und Fiskalpolitik (mit der jüngsten Vereinbarung über den Wiederaufbaufonds) ist extrem expansiv. Die Dividendenrenditen sind interessant und liegen deutlich über den Renditen von Staats- und Unternehmensanleihen. Europäische Aktien könnten auch vom Aufholprozess der Value- und zyklischen Sektoren profitieren.

Die hohe Gewichtung des Technologie- und Pharmasektors unterstützt die US-Aktienmärkte. Allerdings könnten das schlechte Management der COVID-19-Krise, die Risiken einer fiskalischen Klippe und die höhere Volatilität aufgrund der Ungewissheit über den bevorstehenden Wahlausgang (da der Anteil der Briefwahl gestiegen ist) die Aufwärtsentwicklung begrenzen.

Die globale makroökonomische Erholung, die USD-Schwäche und die Hoffnung auf nachlassende Handelsspannungen zwischen den USA und China im Falle eines Wahlsiegs der Demokraten in den USA könnten einen Aufholprozess der Schwellenländer gegenüber den entwickelten Märkten begünstigen.

Anleihen

Was das Anleihenportfolio betrifft, rechnen wir damit, dass Staatsanleihen der Peripherieländer durch den Recovery Fund und die Maßnahmen der EZB weiterhin gut unterstützt bleiben. Euro Investment Grade (IG)- Unternehmensanleihen werden durch die Käufe der EZB (sowohl durch das traditionelle (CSPP) als auch das Pandemiekaufprogramm (PEPP)) und durch die Carry Trades (Zinsdifferenzgeschäfte) der Investoren stark unterstützt. Wir erwarten eine weitere Aufstockung des PEPP um Euro 250-500 Milliarden, die bis Jahresende angekündigt werden dürfte. Schon jetzt hat sich die EZB zum Kauf von Anleihen im Umfang von Euro 1,35 Billionen bis Mitte nächsten Jahres verpflichtet, mit Reinvestitionen bis mindestens Ende 2022. Obwohl die europäischen Risikoaufschläge bei Unternehmensanleihen recht eng erscheinen, dürften unserer Meinung nach durch die starke Unterstützung der die EZB, die geringere Hebelwirkung und Volatilität sowie das Fehlen von Währungsrisiken Euro-Unternehmensanleihen (mit guter Bonität) eine interessante Investmentoption sein, natürlich unter Beachtung zu Grunde liegender Risiken. Europäische Investment-Grade-Unternehmensanleihen erscheinen durch die Käufe der EZB (sowohl über das gängige Anleihekaufprogramm APP, Asset Purchase Programme, als auch über das Pandemiekaufprogramm PEPP) sowie die sogenannten Carry Trades gut unterstützt.

Die Geldpolitik der EZB bleibt hyperexpansiv, aber die Bewertungen von Kern-Staatsanleihen sind derzeit nicht interessant. Es ist auch wichtig, den erheblichen Anstieg der künftigen Staatsverschuldung als Folge der fiskalischen Stimuli zur Bekämpfung der Rezession zu berücksichtigen.

Wir behalten unsere konstruktive Haltung hinsichtlich der Aussichten für die Zeit nach der Corona-Pandemie bei. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit behalten wir jedoch vorerst unsere neutrale Haltung gegenüber Aktien bei.

Wir bevorzugen europäische Aktien gegenüber US-Aktien aufgrund der günstigeren Bewertung, des besseren Corona-Krisenmanagements, der geringeren politischen Unsicherheit und einer möglichen Fortsetzung des Aufholprozesses von Value und zyklischen Sektoren.

Bei den festverzinslichen Wertpapieren bevorzugen wir EUR-Unternehmensanleihen mit Top-Bonitäten. Diese werden durch die Käufe der EZB gut unterstützt. Die Geldpolitik der EZB mag enorm expansiv sein (und bleiben), aber die Bewertungen von Staatsanleihen der Kernländer sind derzeit nicht interessant.

Die globale Rezession, der Rückgang der Ölpreise sowie die allgemeine Risikoaversion wirkten sich negativ auf Schwellenländeranleihen aus. Anzeichen für eine Erholung in Asien und ein schwächer werdender US-Dollar eröffnen jedoch selektive Kaufgelegenheiten.

Aktien

Corona hält die Welt nach wie vor in Atem. Mehr noch, die Hoffnung auf ein rasches Abflauen der Pandemie ist neuer Skepsis gewichen. Nicht nur hält das Virus mittlerweile Lateinamerika, Südafrika und auch den Süden Asiens in Atem - Sorge bereitet insbesondere auch das hohe Niveau der Fallzahlen in den USA.

Trotz aller Pandemierisiken aber zieht die Weltwirtschaft schon wieder spürbar nach oben. Die Rückkehr zu einer Art „Normalität“ – wie sie in den zeitnahen Mobilitäts- und Aktivitätsdaten zum Ausdruck kommt – in Kombination mit gigantischen Hilfsprogrammen zeigt Wirkung. Allerdings dürfte sich die akzentuierende pandemische Divergenz dies- und jenseits des Atlantiks in Stärke und Nachhaltigkeit der Aufholdynamik der jeweiligen Volkswirtschaften niederschlagen.

In Europa ließ ein rigoroser Shutdown in Verbindung mit der Disziplin der Bevölkerung die Fallzahlen seit April deutlich zurückgehen, auch wenn zuletzt wieder regionale Anstiege zu verzeichnen sind. Die Kehrseite der Medaille war die schärfste Rezession seit der Großen Depression. Im zweiten Quartal schrumpfte das EWU-weite BIP um noch nie da gewesene 12,1 % im Vergleich zu den drei Monaten davor.

Zuletzt zeichnete sich allerdings ein beindruckender wirtschaftlicher Rebound ab – und das schon seit Mai. Auffällig dabei ist, dass Kontinentaleuropa die beiden angelsächsischen Schwergewichte Großbritannien und USA in puncto Rückkehr zu einer Art Normalität ausstechen kann. Gut möglich also, dass die bisherige BIP-Prognose für das Sommerquartal (+10 % gegenüber dem Vorquartal) zu konservativ ist und das Wachstum etwas höher ausfallen könnte als bislang projektiert.

Unsere These, wonach Kontinentaleuropa für den Corona-Rebound besser gerüstet ist als die USA, hat in den letzten Wochen demnach weitere Nahrung bekommen. Die Aufholdynamik der US-Wirtschaft wird wohl verhaltener, das V also asymmetrischer ausfallen als in Kontinentaleuropa. Und es sollte länger dauern, bis die USA die Corona-Verluste wettgemacht haben.

Anleihen

In Europa nahmen die Fallzahlen zuletzt wieder zu. Der Leiter des deutschen Robert Koch-Instituts zeigte sich sehr besorgt über die jüngste Zunahme der Covid-19-Fälle in Deutschland. Die Angst vor einer zweiten Welle der Pandemie breitet sich aus, was die Marktteilnehmer sehr vorsichtig agieren lässt.

In diesem Umfeld profitieren vor allem die besten Bonitäten des Anleihenmarktes. Dies zeigt sich auch in der Performance von Anleihen europäischer Kernländer. Staatsanleihen aus den Peripherieländern konnten von der Einigung auf dem EU-Gipfel hingegen nicht mehr profitieren und bewegten sich seitwärts oder verzeichneten sogar leichte Renditeanstiege. Die Furcht vor einer zweiten Pandemiewelle in Europa dürfte zunächst das niedrige Ertragsniveau der Euro-Kernländer stützen.

Wie erwartet ließ die US-Notenbank Fed die Zielbandbreite für den USLeitzinssatz zuletzt unverändert bei 0,00–0,25 %. Zudem sollen die Volumina im Rahmen des Anleihenkaufprogramms der Fed zumindest auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Der aktuelle Ausblick und die damit verbundene Nullzinspolitik werden beibehalten, bis mehr Klarheit über die weitere Entwicklung der Covid-19-Pandemie herrscht. Fed-Präsident Powell betonte, dass die Fed mehr tun könne, wenn dies erforderlich sei, wies jedoch darauf hin, dass die Finanzpolitik nun auf dem Fahrersitz Platz genommen habe. Alles in allem präsentierte sich die Fed sehr zurückhalten, was für anhaltend niedrige Renditen spricht.

In den USA kündigten die Republikaner ein weiteres wirtschaftliches Unterstützungspaket im Wert von einer Billion US-Dollar an. Die Kreditmärkte sollten die Hauptnutznießer dieses Maßnahmenpakets sein.

Aktien

Rückblick: Die Märkte traten in eine Phase der Konsolidierung ein: Während steigende Infektionszahlen die Wiedereröffnung der Volkswirtschaften bedrohen, hält die fiskal- und geldpolitische Unterstützung an, was insbesondere den am höchsten bewerteten Sektoren zugutekommt.

Ausblick: Wir sehen die bevorstehende vierteljährliche Bilanzberichtssaison nicht als risikoreich für die Aktienmärkte an, da der positive Nachrichtenfluss über zumindest teilweise Wiedereröffnungen und die Wirkung der geldund fiskalpolitischen Maßnahmen ungebrochen bleiben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir die langfristigen Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Unternehmen nicht abschließend beurteilen.

Wir sehen zwei Arten von Risiken: eine V-förmige Erholung, die sich wohl in einer schwächeren Unterstützung durch die Zentralbanken niederschlagen dürfte, und eine zweite Ansteckungswelle, die den Regierungen wieder einen Shutdown ihrer Volkswirtschaften aufzwingen könnte. Beides hätte negative Auswirkungen auf die Märkte: Unserer Ansicht nach lässt sich diesem Risiko durch ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktien mit niedriger Bewertung und höherer Zyklizität (z.B. Baugewerbe und Baustoffe) und solchen mit längerer Visibilität hinsichtlich des Gewinnwachstums (z.B. Technologie, Pharma) begegnen.

Wir behalten unsere konstruktive Haltung hinsichtlich der Aussichten für die Zeit nach der Corona-Pandemie bei. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit halten wir jedoch vorerst an unserer neutralen Haltung gegenüber Aktien fest.

Kurzfristig ist das Aufwärtspotenzial der europäischen Aktien an einen früheren Ausstieg aus dem Shutdown und an niedrigere Bewertungen gebunden. Längerfristig gehen wir davon aus, dass verbesserte Makrodaten selbst den zyklischeren Sektoren Europas Unterstützung bringen werden.

Wir bleiben in Bezug auf US-Aktien konstruktiv, auch wenn ihre hohe Bewertung und die nach wie vor starke Konzentration der Anlegerwetten auf einige wenige große Unternehmen zu höherer Volatilität führen könnten.

Anleihen

Rückblick: Staatsanleihen zeigten sich von der Volatilität risikoreicher Anlagen unbeeindruckt und handelten weiterhin in einer sehr engen Spanne. Die Spreads bei Unternehmensanleihen entwickelten sich vor dem Hintergrund der besseren Aktienmärkte gut und engten sich in der letzten Woche weiter ein.

Ausblick: Die Anleihenmärkte werden in den nächsten Tagen wahrscheinlich weiter seitwärts oszillieren und in einer Art Sommerstimmung verharren. In Ermangelung wichtiger Datenveröffentlichungen könnten Nachrichten über die Entwicklung von COVID-19 der einzige Auslöser für eine größere Marktbewegung sein: entweder positiv durch Erfolge bei Impfstoffen oder Behandlungen oder negativ durch stark steigende Infektionszahlen und erneute lokale Shutdowns. Staatsanleihen werden nach wie vor auf der Grundlage des Szenarios gehandelt, dass die Zentralbanken und die Regierung „alles tun werden“, um eine Verschärfung der finanziellen Bedingungen zu vermeiden.

Kurzfristig haben sowohl das Treffen der EZB als auch der Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs das Potenzial den Märkten etwas mehr Richtung zu geben.

Bei den festverzinslichen Wertpapieren bevorzugen wir Euro-Unternehmensanleihen mit Top-Bonitäten. Diese werden durch die Käufe der EZB gut unterstützt, während wir bei hochverzinslichen Anleihen weiterhin vorsichtig sind und steigende Ausfallsraten erwarten.

Im Zuge der durch die Corona Pandemie verursachten Turbulenzen auf den Finanzmärkten kam es auch bei Börsengängen nahezu zu einem Stillstand. Das Emissionsvolumen betrug im bisherigen Jahresverlauf 9 Mrd. US-Dollar, während es im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch 25,5 Mrd. US-Dollar waren.

Angesichts der Pandemie waren Vorstände nicht wie üblich in der Lage, ihre Unternehmen im Rahmen einer „IPO-Roadshow“ vor einer Vielzahl von Investoren zu präsentieren, sondern mussten dies auf dem virtuellen Weg abwickeln. Seit der Corona-Krise werden frühere Normen zunehmend hinterfragt. Es bleibt damit abzuwarten, ob die finanziellen und logistischen Vorteile des virtuellen Marketings die traditionellen Roadshows für immer verändern werden.

Anleihen

Bei Anleihen der Kernländer ging die Volatilität in den vergangenen Wochen wieder deutlich zurück, und das Renditeniveau entwickelte sich weitestgehend seitwärts. Hierzu beigetragen haben die massiven Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank wie auch der durch die EU-Kommission vorgestellte 750 Mrd. schwere Wiederaufbaufonds zur wirtschaftlichen Bewältigung der Corona-Pandemie. In den vergangenen Wochen schwappte dann die Stimmungsaufhellung an den internationalen Börsen auch auf den europäischen Staatsanleihenmarkt über, woraufhin Anleihen der Kernländer Renditeanstiege verzeichneten.

Kurzfristig bewegen sich Euro-Staatsanleihen damit in einem Spannungsfeld, bestehend aus einer äußerst akkommodierenden Geldpolitik der EZB, die grundsätzlich renditesenkend wirkt. Demgegenüber sorgen die umfangreichen Fiskalprogramme sowie erste Erholungstendenzen bei den Frühindikatoren für einen Aufwärtsdruck bei den Renditen.

Mittelfristig sollten die erwartete Konjunkturerholung und damit einhergehende anziehende Inflationserwartungen sowie eine aus der Fiskalpolitik resultierende steigende Staatsverschuldung Renditen von Anleihen der Kernländer steigen lassen, auch wenn die geldpolitischen Maßnahmen der Notenbanken den Renditeauftrieb begrenzen dürften.

Weiterhin bleiben zwischenzeitliche Renditerückgänge nicht ausgeschlossen, vor allem solange die Unsicherheit hinsichtlich neuerlich steigender Fallzahlen nicht gebannt und das konjunkturelle Tief in den Fundamentaldaten noch nicht erreicht ist.

Aktien

Internationale Aktienmärkte konnten in den vergangenen Wochen deutlich zulegen, womit diese vielfach große Teile des historischen Einbruchs von Mitte Februar bereits wieder wettmachen konnten. Das Bild, das die Börse zeichnet, passt allerdings ganz und gar nicht zum wirtschaftlichen Umfeld, denn die Weltwirtschaft befindet sich infolge der Corona-Pandemie in der schlimmsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Eine Erklärung für das Auseinanderlaufen von Aktienmarkt und Konjunktur könnte sein, dass Marktteilnehmer die aktuellen Fundamentaldaten außer Acht lassen und ihren Blick bereits auf die erhoffte Konjunkturerholung im Jahr 2021 werfen. Die Frage ist allerdings, ob sich die Konjunktur und Unternehmensgewinne wie erwartet erholen werden, angesichts zum Teil massiv gestiegener Arbeitslosenraten. Hinzu kommen die herannahenden US-Präsidentschaftswahlen sowie sich neuerlich eintrübende Handelsbeziehungen zwischen den USA und China als mögliche Störfeuer.

Generell haben seit dem Ausbruch von Corona defensive Sektoren ihre zyklischen Pendants ausstechen können. Gesundheit, Technologie, Versorger, Haushaltsgüter, Lebensmittel und Telekommunikation zählten zu den Gewinnern. Dagegen mussten Reise & Unterhaltung, Autos, Industriegüter und auch Grundstoffe vielfach deutliche Verluste hinnehmen.

Alternative Veranlagung

Der in den vergangenen Wochen gesehene Ölpreisanstieg könnte den Beginn eines langsamen Normalisierungsprozesses markieren. Allerdings dürfte die Branche nicht von heute auf morgen zu ihrem früheren Zustand zurückkehren. Zum einen dürfte es einige Quartale dauern, bis die nach unten revidierten Investitionen Aufwärtsdruck auf den Ölpreis ausüben. Hinzu kommt, dass für das Jahr 2020 insgesamt erwartet wird, dass die weltweite Nachfrage um etwa 8 Mio. Fass pro Tag unter dem Niveau des Vorjahres liegen wird.

Kurzfristig könnte der Goldpreis weiteren Aufwind erhalten, wenn Sorgen über wieder steigende Ansteckungszahlen oder auch geopolitische Unsicherheiten seinem Status als sicherer Hafen neue Nahrung verleihen. Mit zunehmendem Risikoappetit der Investoren steigt allerdings der Abwärtsdruck auf die Goldnotierungen. Dennoch sollte Gold auch künftig seinen Absicherungscharakter in Phasen steigender Unsicherheiten entfalten können.

Die Corona-Krise hat in vielen Wirtschaftsbereichen zu einem massiven Digitalisierungsschub geführt. So spielt die Technologie nicht nur eine wichtige Rolle, wenn es um die Bewältigung des vielfach neuen Arbeitsalltags geht, sondern auch, um zwischendurch etwas Abstand zu den Herausforderungen, die die Pandemie mit sich gebracht hat, zu bekommen. Vor diesem Hintergrund erfuhren die auf Basis eines Abonnements zur Verfügung gestellten Dienstleistungen vieler Technologieunternehmen einen regelrechten Boom.

Trotz der enormen Zuwächse bleibt jedoch abzuwarten, wie nachhaltig die aktuell abgeschlossenen Abonnements sind und ob diese auch Bestand haben und bezahlt werden, wenn die Corona-bedingten Beschränkungen weitestgehend wieder aufgehoben sind.

Anleihen

In Reaktion auf die Ankündigung der gelpolitischen Stimuli durch weltweit wichtige Notenbanken hat sich die Situation auf den Anleihenmärkten in den vergangenen Wochen beruhigt, was auch am Rückgang der Volatilität bei den Renditen abgelesen werden kann. Allerdings haben sich Renditen von Anleihen der Kernländer zuletzt auf niedrigen Niveaus seitwärts entwickelt und scheinen sich damit von der Dynamik der Aktienmärkte entkoppelt zu haben. Diese Entwicklung ist vor allem auf die beständigen Anleihenkäufe der Notenbanken, die geringe Aussicht auf Leitzinsanhebungen sowie die trüben Konjunkturaussichten zurückzuführen.

Die EZB kündigte kürzlich zusätzliche Maßnahmen an, um bei den Unternehmen eine ausreichende Liquiditätsversorgung sicherzustellen. Die Zinsen sowie das Anleihenkaufprogramm PEPP blieben hingegen unverändert. Allerdings hielt sich die EZB für die nähere Zukunft alle Optionen offen. Auch die USNotenbank ist weiterhin entschlossen, bei Bedarf ihre volle Bandbreite an Werkzeugen einzusetzen.

So soll sich zum Beispiel der Leitzinssatz so lange im Zielband zwischen 0,00 % und 0,25 % befinden, bis die US-Wirtschaft den Pfad wieder in Richtung Vollbeschäftigung und Preisstabilität einschlägt.

Aktien

In den Vereinigten Staaten beendete ein Rückgang des BIP um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal den bislang längsten Wirtschaftsaufschwung. Zudem hat die Pandemie dem jahrelangen Boom auf dem US-Arbeitsmarkt ein jähes Ende bereitet. Damit einhergehend verzeichneten auch die US-Konsumausgaben im März einen deutlichen Rückgang um 7,5 %.

Das Euroraum-BIP fiel zwischen Jänner und März um 3,8 % gegenüber dem Vorquartal. Hingegen kletterte die Arbeitslosenquote im Euroraum im März vorerst lediglich leicht auf 7,4 % (nach 7,3 % im Februar). Ungeachtet dessen ist aber auch hier mit steigenden Zahlen zu rechnen, denn allein in Deutschland, wo bereits Zahlen für April vorliegen, gab es rund 300.000 Arbeitslose mehr als im März.

Seit seinem Tiefstand am 23. März ist der MSCI All Country World um über 27 % gestiegen. Damit konnte dieser etwa die Hälfte der seit Beginn der Corona-Krise erlittenen Kursverluste wieder wettmachen. Mit den anziehenden Kursen bei gleichzeitig rückläufigen Gewinnen, die die Unternehmen über das erste Quartal kürzlich vermeldeten, ging allerdings auch eine Ausweitung der Bewertungsniveaus einher. Damit stellt sich die Frage, ob die Aktienmärkte angesichts der Schwere des konjunkturellen Einbruchs nicht einen zu großen Optimismus in den vergangenen Wochen an den Tag gelegt haben. Denn eine rasche Rückkehr zur gewohnten Normalität könnte sich als holpriger erweisen als erhofft. Angesichts der bestehenden Unsicherheitsfaktoren sollte ein neuerlicher Test der heurigen Tiefstände nicht ausgeschlossen werden.

Alternative Veranlagung

Die Ölpreise brachen im ersten Quartal 2020 um rund 60 % ein. So lassen einerseits die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Konjunktursorgen die Nachfrage nach Rohöl deutlich zurückgehen. Andererseits konnten sich die OPEC und ihre Partner auf keinen gemeinsamen Nenner im Hinblick auf weitere Förderkürzungen einigen. Anfang April ließ jedoch die Meldung, dass Saudi-Arabien und Russland unter Umständen Förderkürzungen ankündigen könnten, die Ölpreise um rund 25 % ansteigen.

Gold verzeichnete im ersten Vierteljahr einen Preisanstieg von knapp 5 % (in US-Dollar). Im Hinblick auf die weiterhin bestehenden Unsicherheiten sowie die tiefen Zinsen könnte sich das Edelmetall weiter unterstützt zeigen.

Noch ist es kaum möglich, die weitere Entwicklung der Krise vorherzusehen, die notwendige Dauer der ergriffenen Maßnahmen abzuschätzen und vor allem die genauen Folgen von beidem für verschiedene Wirtschaftsteilnehmer zu errechnen. Allerdings kristallisiert sich zunehmend heraus, dass mit deutlichen Produktionsrückgängen und einem massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit im ersten Halbjahr zu rechnen sein wird. Damit scheint eine weltweite, tiefe Rezession unvermeidlich, auch wenn diese zeitlich begrenzt bleiben sollte.

Die konjunkturelle Talsohle könnte allerdings zur Jahresmitte erreicht sein. Wenn erst einmal der Pandemie-Zenit überschritten ist, sollten die massiven geld- und fiskalpolitischen Maßnahmenpakete die gesamtwirtschaftliche Nachfrage anschieben. Für das Gesamtjahr 2021 sind dann deutlich überdurchschnittliche Zuwächse zu erwarten. Dem Unterschießen sollte schließlich ein Überschießen folgen.

Anleihen

Die Turbulenzen auf den Finanzmärkten sowie die um sich greifende Risikoaversion brachten auf den Rentenmärkten eines der volatilsten Quartale der Vergangenheit mit sich. So verzeichneten Renditen von Anleihen der Kernländer zunächst historische Tiefststände. Auf die daraufhin einsetzende Gegenbewegung folgten neuerliche Renditerückgänge. Angesichts der außerordentlich umfangreichen Stützungsmaßnahmen der Zentralbanken konnten sich die Anleihenmärkte zuletzt jedoch stabilisieren.

Die Europäische Zentralbank reagierte auf die sich stark eintrübenden Konjunkturaussichten wie auch auf die Renditeanstiege im Markt für europäische Staatsanleihen. Im Anschluss an eine Notsitzung verkündete sie ein 750 Milliarden Euro schweres Anleihenkaufprogramm mit dem Namen „Pandemic Emergency Purchase Programme“, kurz PEPP.

Auch die US-Notenbank Fed setzte umfangreiche Maßnahmen. So gab diese im März zwei Zinssenkungen um insgesamt 150 Basispunkte auf das Zielband von 0,00–0,25 % bekannt. Darüber hinaus kündigte die Fed die Wiederaufnahme ihrer Wertpapierkäufe an. So will man unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere kaufen, soweit dies für das ordnungsgemäße Funktionieren von Finanzmärkten und Geldpolitik erforderlich ist.

Aktien

Die zunehmende Ausbreitung des Coronavirus außerhalb Chinas und die damit einhergehenden Befürchtungen eines tiefen volkswirtschaftlichen Einbruchs hatten zur Folge, dass sich innerhalb kürzester Zeit der Wind auf den internationalen Aktienmärkten kräftig gedreht und für die größten Turbulenzen zumindest seit der Finanzkrise gesorgt hat. Globale Aktien reagierten darauf im ersten Quartal schließlich mit einem Kursrückgang von über 20 %.

An der Wall Street dauerte es lediglich 16 Tage, um vom Rekordhoch in einen Bärenmarkt abzustürzen, was den schnellsten Einbruch aller Zeiten darstellt. In diesem Umfeld schnellte der Volatilitätsindex VIX nach oben und stellte sein in der Finanzkrise 2008 markiertes Rekordhoch ein. Der handelsgewichtete US-Dollar stieg auf Quartalssicht um über 5 %. Mit Kursabschlägen von rund 23 % vollzogen europäische Aktien eine ähnliche Entwicklung. Besonders stark traf es Unternehmen des Energiesektors. Überdurchschnittlich unter Druck gerieten zudem Aktien von Unternehmen aus der Touristikbranche. Auch defensive Sektoren verzeichneten Verluste, auch wenn diese geringer ausfielen.

Der allgemeinen Risikoaversion konnten sich auch japanische Aktien sowie jene der Schwellenländer nicht entziehen, die – gemessen am MSCI Japan und MSCI Emerging Markets – Rückschläge von über 18 % bzw. knapp 24 % im ersten Vierteljahr zu verbuchen hatten.

Nach den deutlichen Volatilitätsausschlägen beruhigte sich die Situation an den globalen Börsen zuletzt etwas, vor allem nachdem weltweit massive fiskal- und geldpolitische Schutzschirme aufgespannt wurden, um den konjunkturellen Folgewirkungen der Corona-Pandemie entgegenzuwirken.

Alternative Veranlagung

Die Ölpreise brachen im ersten Quartal 2020 um rund 60 % ein. So lassen einerseits die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Konjunktursorgen die Nachfrage nach Rohöl deutlich zurückgehen. Andererseits konnten sich die OPEC und ihre Partner auf keinen gemeinsamen Nenner im Hinblick auf weitere Förderkürzungen einigen. Anfang April ließ jedoch die Meldung, dass Saudi-Arabien und Russland unter Umständen Förderkürzungen ankündigen könnten, die Ölpreise um rund 25 % ansteigen.

Gold verzeichnete im ersten Vierteljahr einen Preisanstieg von knapp 5 % (in US-Dollar). Im Hinblick auf die weiterhin bestehenden Unsicherheiten sowie die tiefen Zinsen könnte sich das Edelmetall weiter unterstützt zeigen.


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