Zahnspangen für Kinder: Ursachen und Kosten

Eine Gruppe lachender Kindern steht im Kreis und winkt in die Kamera

Zahnspangen für Kinder sind in Österreich schon lange keine Seltenheit mehr: Rund ein Drittel aller Kids trägt im Laufe der Zeit eine Zahnspange. Die Ursachen dafür sind meist Zahn- oder Kieferfehlstellungen. Lesen Sie hier ab welchem Alter eine Zahnspange Sinn macht und was eine Zahnspange für Kinder kostet.

Woran erkenne ich eine Zahnfehlstellung oder eine Kieferfehlstellung bei meinem Kind?

Am besten erkennt eine Zahnfehlstellung der Zahnarzt bei regelmäßigen Kontrollen ab dem 3. Lebensjahr. Bei diesen Kontrollterminen wird überprüft, wie sich das Gebiss Ihres Kindes entwickelt, ob Ober- und Unterkiefer richtig zusammenpassen oder einzelne Zähne schief stehen. Aber auch als Elternteil können Sie auf bestimmte Anzeichen achten und so eine Fehlstellung erkennen. Mögliche Anzeichen für eine Zahnfehlstellung bei Kindern können sein:

  • Sprachfehler (z. B. Lispeln)
  • Kauprobleme
  • Kieferschmerzen
  • Schnarchen
  • Kopfschmerzen
  • Sichtbare Fehlstellung von Zähnen

Fällt Ihnen bei Ihrem Kind eines der genannten Symptome auf, dann sollten Sie einen Termin beim Zahnarzt ausmachen. Die häufigsten Ursachen für Zahnregulierungen bei Kindern sind folgende:

  • Überbiss: Die oberen Zähne stehen vor den unteren.
  • Unterbiss: Die unteren Zähne stehen vor den oberen.
  • Zahnabstand: Zahnlücken zwischen einzelnen Zähnen
  • Tiefbiss: Die oberen Schneidezähne bedecken die Schneidezähne im Unterkiefer
  • Kreuzbiss: Der Zahnbogen des Oberkiefers ist breiter als der des Unterkiefers
  • Engstand: Die Zähne haben zu wenig Platz im Kieferbogen.
  • Offener Biss: Die seitlichen Zähne beißen aufeinander, die vorderen aber nicht.

Zahnfehlstellungen sind entweder genetisch bedingt oder entstehen durch bestimmte Gewohnheiten des Kindes, wie z. B. durch Daumenlutschen.

Ab welchem Alter bekommen Kinder eine Zahnspange?

Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind bereits ab dem Kleinkindalter sinnvoll, da Milchzähne besonders anfällig für Karies sind. Eine Zahnspange hingegen wird meist erst zum Thema, wenn die ersten bleibenden Zähne da sind. Je nach Diagnose und Behandlungsstrategie wird eine Zahnspange etwa 1-2 Jahre getragen. In dieser Zeit wird die Spange regelmäßig vom Kieferorthopäden nachgestellt und angepasst. Danach kommt üblicherweise ein Retainer zum Einsatz, der so gut wie unsichtbar ist. Dieser verhindert, dass die Zähne nach dem Entfernen einer Zahnspange in die ursprüngliche Position zurückwandern.

Egal, ob festsitzende oder herausnehmbare Zahnregulierung, zu Beginn muss der Zahnspangenträger mit einer Eingewöhnungsphase rechnen. Es kann sein, dass Ihr Kind die Zahnspange zunächst als unangenehm empfindet oder Druckschmerzen auftreten. Diese sind aber kein Grund zur Panik, sondern vielmehr ein Anzeichen dafür, dass die Behandlung erste Wirkungen zeigt – es tut sich etwas im Mund.

 

ERGO Tipp

In den ersten Tagen können Sie zum Beispiel den Menüplan Ihres Kindes etwas umstellen und auf weiche, leicht kaubare Nahrungsmittel setzen. So erleichtern Sie Ihrem Kind die ersten Tage mit der neuen Zahnspange.

Was kosten Zahnspangen für Kinder?

Die Kosten für Zahnspangen variieren stark, je nach Grad der Fehlstellung und Behandlungsmethode. Für herausnehmbare Modelle werden im Durchschnitt 1.000 – 1.200 Euro pro Jahr fällig, bei festen Regulierungen sind die Kosten meist höher und können bei 2.000 – 3.000 Euro pro Jahr liegen. Unsichtbare Zahnschienen wie Invisalign kosten für die ganze Behandlungsdauer insgesamt zwischen 3.000 bis über 5.000 Euro – auch hier kommt es wieder auf mehrere individuelle Faktoren an, die den endgültigen Preis bestimmen.

Werden Zahnspangen für Kinder von der Krankenkasse bezahlt?

Bei minderjährigen Patienten übernimmt meistens die Krankenkasse einen Anteil der Kosten für abnehmbare und festsitzende Zahnspangen. Wie viel, hängt allerdings von der Diagnose ab. Je schwerer die Zahnfehlstellung, umso höher ist in der Regel der Kostenersatz. Ein vollständiger Kostenersatz erfolgt nur, wenn eine erhebliche Zahn- oder Kieferfehlstellung gegeben ist. Diese Beurteilung erfolgt durch einen Kieferorthopäden und wird anhand des Index of Orthodontic Treatment Need (IOTN) getroffen. Stufe 4 und 5 bedeuten demnach eine erhebliche Fehlstellung.
Auch hier gilt: Der Patient darf zum Zeitpunkt des Behandlungsbeginns noch nicht 18 Jahre alt sein.

Fazit

Für die frühzeitige Erkennung von möglichen Zahn- oder Kieferfehlstellung bei Kindern empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt ab dem 3. Lebensjahr. Typische Anzeichen für eine Fehlstellung sind Sprachfehler, Kauprobleme, Schmerzen im Kieferbereich und sichtbare Unregelmäßigkeiten im Gebiss. Die Entscheidung, ob eine Zahnspange notwendig ist, hängt schlussendlich von der Diagnose und der Entwicklung der bleibenden Zähne ab. Je nach Behandlungsmethode und Grad der Fehlstellung werden Zahnspangen für etwa 1-2 Jahre getragen. Die Kosten für Zahnspangen variieren je nach Art und Schwere der Fehlstellung ungefähr zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Jahr. Bei schwerwiegenden Zahn- oder Kieferfehlstellungen übernimmt meist die Krankenkassa einen Teil der Kosten, wobei der Grad der Fehlstellung anhand des Index of Orthodontic Treatment Need (IOTN) ermittelt wird. Insgesamt ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen wichtig, um langfristige Probleme zu vermeiden und die Gesundheit des Gebisses zu fördern.

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